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UNESCO Weltnaturerbe

Zeugnisse vergangener Kulturen und einzigartige Naturlandschaften, deren Untergang ein unersetzlicher Verlust für die gesamte Menschheit wäre zu schützen liegt nicht allein in der Verantwortung eines einzelnen Staates, sondern ist Aufgabe der Völkergemeinschaft.

Dies ist das Ziel des internationalen "Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt", das die UNESCO 1972 beschlossen hat. 180 Staaten haben die Konvention inzwischen unterzeichnet. Mit der Benennung von Kultur- und Naturstätten für die Welterbeliste der UNESCO verpflichten sich die betreffenden Staaten zu fortdauernden Schutz- und Erhaltungsmassnahmen. Die anderen Unterzeichnerstaaten verpflichten sich dazu, im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum Schutz dieser Stätten des Menschheitserbes beizutragen. Über die Aufnahme von Stätten in die Liste des Welterbes entscheidet das UNESCO-Welterbekomitee, das prüft, ob die von den Unterzeichnerstaaten vorgeschlagenen Stätten die in der Konvention festgelegten Kriterien erfüllen. Hierzu zählen die Kriterien "Einzigartigkeit" und "Authentizität" (historische Echtheit) einer Kulturstätte oder der "Integrität" eines Naturdenkmals. Ausserdem muss ein überzeugender Erhaltungsplan vorliegen. Die internationalen Fachverbände für Denkmal- und Naturschutz (ICOMOS und IUCN) beraten das Komitee.

Die von der UNESCO geführte Liste des Welterbes umfasst insgesamt 812 Denkmäler in 137 Ländern (Stand Juli 2005). Davon sind 628 Kulturdenkmäler (K) und 160 Naturdenkmäler (N). Weitere 24 Denkmäler gehören sowohl dem Kultur- als auch dem Naturerbe an.

Nachfolgend einige beeindruckende Beispiele:
Australien:
Grosses Barriere-Riff
Chile: Rapa Nui Nationalpark (Osterinsel)
China: Grosse Mauer
Kaiserpaläste der Ming- und der Qing-Dynastien in Beijing und Shenyang
Deutschland: Kölner Dom
Ecuador: Nationalpark und Meeresschutzgebiet Galapagos-Inseln
Frankreich:
Schloss und Park von Versailles
Griechenland: Akropolis von Athen
Ruinen von Olympia
Grossbritannien:
Westminster (Palast und Abtei) und Margaretenkirche in London
Tower von London
Indonesien:
Tropische Regenwälder von Sumatra
Italien:
Historisches Zentrum von Rom, Basilika St. Paul "vor den Mauern" in Rom und Vatikanstadt
Venedig und seine Lagune
Japan: Friedensdenkmal in Hiroshima
Kanada: National- und Provinzialparks in den kanadischen Rocky Mountains
Russland: Kreml und Roter Platz in Moskau
Schweiz:
Alpenregion Jungfrau mit Eiger und Mönch, Aletschgletscher und Bietschhorn
Tunesien:
Ruinen von Karthago
USA: Nationalparks Yellowstone, Everglades, Grand Canyon
Freiheitsstatue


Alpenregion Jungfrau mit Eiger und Mönch, Aletschgletscher und Bietschhorn

Die Region Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn im Grenzgebiet der Kantone Bern und Wallis erstreckt sich vom Finsteraarhorn über Eiger, Mönch und Jungfrau, den Aletschgletscher, das Bietschhorn und Teile des Lötschen- und Baltschiedertals. Die Gesamtfläche beträgt 539 Quadratkilometer in 13 Walliser und zwei Berner Gemeinden.
Das Jungfrau-Aletschgebiet (aufgenommen an der Sitzung des Welterbe-Komitees am 13. Dezember 2001 in Helsinki) umfasst eine einzigartige Pflanzen- und Tierwelt rund um den längsten Gletscherstrom der Alpen. Das Gebiet reicht vom Berner Oberland über die schnee- und eisbedeckten Gipfel der Berner Alpen über alle Klimastufen hinunter bis ins Rhonetal mit seiner mediterran anmutenden Felsensteppen-Landschaft. Es ist aber auch ein Zeugnis bedeutender Abschnitte der Erdgeschichte (alpine Gebirgsbildung und Eiszeiten) mit Spuren wichtiger geologischer und glaziologischer Prozesse wie Gebirgsfalten, Gesteinsvielfalt aus 500 Millionen Jahren Erdgeschichte, Gletschern und einzigartigen Gletschervorfeldern.

Aletsch - der längste Gletscher der Alpen
Der mit rund 24 km längste Gletscher der Alpen dominiert die Landschaft des Aletschgebietes. Rund um den Eisstrom hat sich eine vielfältige Flora und Fauna angesiedelt. Auf den scheinbar unwirtlichen Moränenflächen bereiten zahlreiche Pionierpflanzen, vom Alpenleinkraut bis zum Steinbrech, den Boden für die spätere Bewaldung vor.
Im Aletschwald können die Besucher den ältesten Bäumen der Schweiz begegnen, vor allem der Arve - sie stellt die wichtigste Baumart im Naturschutzgebiet dar - wächst nur sehr langsam, kann dafür aber ein Alter von 800 Jahren oder mehr erreichen.

Eiger, Mönch und Jungfrau - das Herz der Region
Das steil über dem Talgrund aufsteigende Gebirgsmassiv von Eiger, Mönch und Jungfrau fasziniert schon seit Jahrhunderten die Menschen und bereitete so auch dem alpinen Tourismus den Boden. Die Eiger- Nordwand gilt als eine der ganz grossen alpinistischen Herauforderungen.
Seit vor gut 90 Jahren durch Adolf Guyer-Zeller die Zahnradbahn auf das Jungfraujoch gebaut wurde, haben Millionen von Touristen die mit 3500 m ü. Meer höchstgelegene Bahnstation Europas besucht. Wahrzeichen des Jungfraujoches ist die Sphinx, das Observatorium, das vielfältigen Forschungsprojekten zwischen Himmel und Erde eine Heimat bietet. Unter ihrer gläsernen Kuppel liegt auch die höchstgelegene Wetterstation Europas.
Die Eiger-Mönch-Jungfrau-Region ist mit ihren zahlreichen Schneefeldern zugleich die Wiege des Grossen Aletschgletschers. Nachdem die Massen von Schnee zu Eis geworden sind, fliessen sie am Konkordiaplatz zusammen, um aus ihren Seitenmoränen die berühmten zwei Mittelstreifen auf dem Gletscher zu formen.

Die Täler rund um das Bietschhorn
Wie die Finger einer Hand laufen an der Südseite des Bietschhorns zahlreiche Täler wie das Bietschtal oder das Baltschiedertal von der alpinen Stufe hinab bis in das mediterran geprägte Rhonetal, während im Norden das Lötschental die Grenze des Bietschhorn-Massives bildet. An den sonnigen, aber sehr trockenen Talhängen war Landwirtschaft über viele Jahrhunderte nur möglich, indem gewagte Wasserleitungen aus Holz durch steile Hänge gebaut wurden, um die Wiesen zu bewässern.
Viele Flächen sind aber seit jeher viel zu steil und zu trocken für die Nutzung. Hier hat sich die an seltenen Tier- und Pflanzenarten überaus reiche Walliser Felsensteppe gehalten. Viele ihrer Arten wie zum Beispiel das Federgras sind nach der letzten Eiszeit aus asiatischen Steppengebieten eingewandert.
Einen Hauch von Exotik verleiht auch das häufige Vorkommen der Smaragdeidechse den heissen Steppenrasen. Nur wenige Kilometer weiter prägt wie vor 20.000 Jahren das Eis der Gletscher die Landschaft. Die Nähe solch gegensätzlicher Landschaften macht die Region um das Bietschhorn so einmalig.

Netzwerk „Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn“
Insgesamt bilden 15 Gemeinden ein Netzwerk „Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn“. Es sind dies die Walliser Gemeinden Bellwald, Fieschertal, Betten, Ried-Mörel, Naters, Birgisch, Mund, Baltschieder Eggerberg, Ausserberg, Raron, Niedergesteln sowie Blatten im Lötschental. Dazu kommen noch die beiden Berner Gemeinden Lauterbrunnen und Grindelwald.


Verschwisterung der zwei UNESCO-Welterbestätten
Region Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn und Region Huangshan
in der chinesischen Provinz Anhui


Hintergrund und Entstehung der Verschwisterung
Anlässlich des UNO-Jahres der Berge ist es mit grosser Unterstützung der Jungfraubahnen und auf Veranlassung des Generalkonsulats Shanghai gelungen, die Jungfrauregion mit der Region Huangshan in der chinesischen Provinz Anhui zu verbinden.
Beide Gebiete haben den Status UNESCO-Welterbe und sind von jeweils einmaliger Art. Huangshan ist eine gebirgige Gegend mit Gipfeln bis zu 1860 m, die dicht bewaldet sind. Typisch für die Region ist die Huangshan-Föhre, die schon seit Jahrhunderten in der traditionellen chinesischen Landschaftsmalerei dargestellt wird. Die Provinz Anhui, in welcher Huangshan liegt, ist eine weitgehend ländliche Provinz mit einer Fläche von 123'000 km2 und einer Einwohnerzahl von 63 Millionen Personen (Bevölkerungsdichte 450 E/km2, im Vergleich zur Schweiz mit 182 E/km2).
Nach der Unterzeichnungszeremonie der Verschwisterung beider Bergregionen auf dem Jungfraujoch im Mai 2002 durch den Generalsekretär der Provinz Anhui und dem Direktor des Administrativkomitees der Region Huangshan sowie Frau Regierungsrätin Elisabeth Zölch und dem Präsidenten der Jungfraubahnen, Herrn Krneta, wurde nun Ende Juli ein gleiches Dokument auf dem Huangshan (Gelber Berg) durch Altbundesrat Herrn Adolf Ogi, Sonderbeauftragter der UNO, und dem Gouverneur der Provinz Anhui, Herrn Xu Zhonglin unterzeichnet.
Beide Regionen haben grosses Interesse an einer Zusammenarbeit. Während der Markt der Jungfraubahnen bereits heute zu rund 60% aus asiatischen Kunden besteht und China einen der grossen Zukunftsmärkte bildet, ist die Provinz Anhui, ohne direkten Meerzugang, seit längerem daran interessiert, die Kanäle nach aussen zu öffnen. Mit Japan bestehen bereits sehr gute Beziehungen, zu europäischen Ländern bestehen jedoch relativ wenig Kontakte. Die Region Huangshan, die pro Jahr über eine Million Besucher anzieht, verzeichnet kaum Touristen aus europäischen Ländern.

Nachhaltige Vorteile der Verschwisterung
Im Vordergrund der Verschwisterung stehen gegenseitige Interessen im Bereich des Tourismus und der Umweltproblematik, wie sie durch die Besuchermassen geschaffen wird. Nicht undenkbar ist auch eine Ausdehnung in die Erhaltung historischen Kulturguts, da die Region Huangshan über einige sehr schöne und gut erhaltene alte Dörfer verfügt, die im Zuge der Entwicklung gefährdet sind.
Es wurde auch klar unterstrichen, dass das Abkommen zu einem engen, gegenseitigen Austausch in verschiedenen Bereichen und auf verschiedenen Ebenen führen soll. Nicht nur Offizielle, sondern auch Bauern aus der Umgebung sollten zum gegenseitigen Kennenlernen miteinander in Kontakt treten können.
Neben der Unterzeichnung der Verschwisterung wurden beispielsweise zwei Internet-Stationen auf der Jungfrau und auf dem Huangshan eingeweiht, über welche Kontakte zur anderen Station möglich werden. Auf der speziell geschaffenen Website www.sistermountains.com sind die Video-Mails neben anderen Informationen zu Jungfrau und Huangshan abrufbar.
Die Verschwisterung der beiden Bergregionen ist politisch, wirtschaftlich und sozial für beide Seiten von ausgesprochen hohem Interesse.

Weitere Informationen zum Thema UNESCO-Welterbe erhalten Sie auf den Internetseiten www.unesco.ch sowie www.weltnaturerbe.ch.

Gemeindeverwaltung

3984 Fieschertal, Wallis
Tel. 027 971 19 45
Fax 027 971 36 19
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Auf Anfrage

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Weitere Informationen zum Thema UNESCO-Welterbe erhalten Sie auf den Internetseiten www.unesco.ch sowie www.weltnaturerbe.ch.