Wappen Gemeinde Fieschertal
 
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Geschichte

Fieschertal - Damals.Ausdrücklich als Gemeinde wird Fieschertal erstmals im Jahre 1391 erwähnt, indem es zusammen mit Fiesch der Gemeinde Martisberg gestattet, durch seine Alpen eine Wasserleitung zu führen.

Die Fieschertaler waren im Mittelalter den Grafen von Blandrate zinspflichtig, ab 1332 (oder 1335) dem Edlen Franz de Compeys, Gemahl der Isabella von Blandrate, Tochter des Anton. Weitere Rechte besassen Wilhelm von Mörel (1374), Rudolf von Raron (bis 1404) und nachher Johann Thomas de Platea, der im Goms überhaupt eine hervorragende Stellung einnahm.

Als einzige Gemeinde des Bezirkes Goms gelangte Fieschertal in der Gerichtsbarkeit ganz unter die bischöfliche Autorität. Der Bischof liess die niedere Gerichtsbarkeit durch einen besonderen Beamten, den Ammann, ausführen, der auch Verwaltungsfunktionen innehatte. Als solcher hat z.B. Ammann Johann Kuochen im Jahre 1691 mit Johann Ritz und Christen Ritter einen Vertrag über einen Kapellenaltar für Wichel abgeschlossen. Pfarrer Briw nennt in seinem Büchlein Georg Egsen (vor 1470) als ersten Ammann von Fieschertal. Nach anderen Quellen tritt Hans Toehnen 1444 als Richter von Fieschertal auf. Durch Ermächtigung des Bischofs Adrian von Riedmatten konnten die Männer ab 1646 den Ammann selber wählen. Im ganzen sind 44 Ammänner in verschiedenen Urkunden erwähnt, als letzter Johann Imhasly 1810, obwohl mit dem Einfall der Franzosen 1798 das Ammannat rechtlich aufhörte.

Die Alpwirtschaft spielte für die Bewohner der Gemeinde Fieschertal eine wichtige Rolle. Um langjährige Streitigkeiten zu beenden, steckte man am 13. August 1592 zwischen der Fiescheralpe und der Alpe "Matt" von Fieschertal genaueFieschertal - Damals. Grenzen ab. Am 21. Februar 1593 wurde die Vermarchung offiziell beurkundet und verkündet, und am 04. April 1594 durch den Landeshauptmann Matthäus Schiner als rechtsgültig erklärt. Die sich ursprünglich in Privatbesitz befindlichen Alpgebiete gingen am 30. Januar 1867 durch Kauf an die Gemeinde über, die daraufhin die Burgeralpe errichtete, welche für 47 Kühe Alprechte aufwies. Stafel gab es auch noch im Unter-Tälli, im Ober-Tälli und in der Märjelen. "Stock", später "Galkinen" (wo 1933 ein Stall erstellt wurde) und das "Brüchergand" (seit der zweiten Hälfte des letzen Jahrhunderts) wurden als Galtvieh-Alpe genutzt.

Ein wichtiges Datum in der Geschichte der Gemeinde Fieschertal ist der 02. Juli 1662. An diesem Tag erfolgte die Gründung der Burgergemeinde Fieschertal und öffentlich beurkundet von Notar Christian Kuochen im Hause des Ammanns und Richters Moritz Huober (gest. 1669). Sowohl alte und neu angenommene Mitbürger sind persönlich erschienen, um sich in das Verzeichnis eintragen zu lassen. Sie kamen aus den Dorfteilen Zerflye, Zwichels, im Sandt, im Wirbel, zur Briggen, zlam Briggen, im Schlatt, auf den Blatten und im Brunnen. Durch einen Nachtrag auf der Urkunde wurden um ca. 1750 weitere Burger aufgenommen, so u.a. Johann und Josef Folken, welche der Gemeinde als Genugtuung (wohl als Einkaufssumme gemeint) 14 Kronen in Silber zahlten.

Der Märjelensee war früher nicht nur der schönste Gletscherrandsee der Alpen, sondern auch eine Ursache zahlreicher Überschwemmungen. Die grössten Katastrophen ereigneten sich in den Jahren 1834, 1849, 1851 und 1862. Bei der letzten wurde auch die alte Kapelle zur Fluh weggeschwemmt. Heute steht an der Stelle ein Wegkreuz. Oft erfolgten die Ausbrüche durch die Massa in die Rhoneebene, so in den Jahren 1878 und 1892. Nach langjährigen Verhandlungen liess der Kanton Wallis einen 547 m langen Stollen Richtung alten Märjelen-Stafel erstellen, der den Abfluss gegen das Fieschertal regulieren sollte. Der Stollen war am 01. Oktober 1894 vollendet und im Sommer 1896 floss während sechs Wochen das Wasser etwa 20 cm hoch durch den künstlich geschaffenen Abfluss. Seither hat der Seespiegel nie mehr die Sohle des Tunnels erreicht. Die Eindämmung des Weisswassers hat im Verlaufe der Jahrhunderte die Gemeinde viel Geld gekostet.

Durch den Bau der Strasse in den Jahren 1964/1965 ist Fieschertal verkehrstechnisch erschlossen.



Wichtige Daten auf einen Blick

1500 bis 1000 v. Ch. (Bronze Zeit)
Wahrscheinlich halten sich die ersten Nomaden in der Region Fieschertal/Fiesch auf
bis 1200
Die spärlichen römischen und keltischen Siedler (Nomaden) religiösen Ursprungs/Rufen folgend, werden von alemannischen Hirten aufgesogen
um 1300
Die deutsche Sprache ist im ganzen Oberwallis vorherrschend
1361
Der Name Fieschertal wird erstmals in einer Urkunde genannt
1391
Fieschertal wird erstmals als Gemeinde erwähnt
1381 bis ca. 1800
Fieschertal ist als Ammannat dem Bischof von von Sitten unterstellt
1662
Gründung der Burgerschaft Fieschertal
1811
Erstbesteigung der Jungfrau
1862
Eine der grössten Überschwemmungen zerstört die Kapelle beim Eingang zum Weiler "zur Fluh"
1867
Übergang der Alpen an die Burgerschaft
1889 bis 1894
Stollenbau in der "Märjelen"
1912
Eröffnung der Jungfraubahn
1937
Die Elektrizität zieht ins Fieschertal ein
1952
Der Verkaufsladen wird eröffnet
1956
Die Wasserversorgung wird erstellt
1961
Erstes Hotel im Fieschertal durch die Familie Holzer erbaut
1964
Fieschertal wird durch eine Strassenverbindung erschlossen
1972
Brand Berghaus Jungfraujoch
1972
Die Abwasserkanalisation wird erstellt
1972 bis 1975
Der Weiler Wichel und die obersten Drittel werden mit Quartierstrassen erschlossen
1975
Bau der Zentrale der Gommerkraftwerke
1976
Bau des Mehrzweckgebäudes mit Schulhaus
1979/1980
Die Flurstrasse nach Unterberg wird gebaut
1980
Erster Skilift im Fieschertal (Skilift Blätz)
1987
Eröffnung Top of Europe (Jungfrau)
1989
Einweihung des Gemeindehauses.
1998/1999
Umbau des Mehrzweckgebäudes
2001
Aufnahme der Region Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn ins UNESCO-Weltnaturerbe
2006
Neue Website für die Gemeinde Fieschertal unter www.fieschertal.ch
2007
Die Gemeinde betreibt den Skilift Blätz für die Wintersaison 2007/2008
2008
- Die Römerbrücke wird saniert
- Die Wasserversorgung wird saniert und erweitert
- Ein modernes Kommunalfahrzeug der Marke Holder wird angeschafft
- Das Wichelkreuz wird ersetzt und mit einem Brunnen, Blumenschmuck und einer Sitzbank verschönert

Gemeindeverwaltung

3984 Fieschertal, Wallis
Tel. 027 971 19 45
Fax 027 971 36 19
gemeinde@fieschertal.ch

Öffnungszeiten Gemeindebüro:
Auf Anfrage